Notizen & Überlieferung
Ulgorns Brief
Hadala.
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich dir diesen Brief überhaupt schreiben soll.
Es mag übertrieben sein, aber ich habe einfach kein gutes Gefühl dabei.
Ich habe mehrfach versucht, Nemon davon abzuhalten ...
Doch sie scheint selbst eine gewisse Ungeduld zu verspüren, und es war nicht leicht, sie umzustimmen.
Wie auch immer, ich schreibe diesen Brief, falls doch noch der schlimmste Fall eintreffen sollte.
Für den schlimmsten Fall, der eintreffen könnte.
(Natürlich hoffe ich, dass dieser Brief dich niemals erreichen wird ...
Aber du weißt doch, mein Instinkt täuscht mich selten.)
Es ist schon eine ganze Weile her, seit du dich Nemon und mir angeschlossen hast.
Ich kenne Nemon schon ziemlich lange, also habe ich mich längst an sie gewöhnt,
aber du bist oft noch mit ihr aneinandergeraten.
Und um ehrlich zu sein, Nemon hat einen schwierigen Charakter.
In diesem Punkt kann ich dir nur zustimmen.
Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen:
Nemon ist definitiv anders als die Daeva, die ich bisher gesehen habe.
Sie hat die Fähigkeit, diese beschissene Welt zu verändern.
Ob sie es will oder nicht.
Falls also das Schlimmste eintritt ... pass bitte auf sie auf.
Du bist die Einzige, an die ich mich mit dieser Bitte wenden kann.
Ich sage nicht, dass du unbedingt an ihrer Seite bleiben musst – das ist deine Entscheidung.
Aber ... vertrau ihr einfach. Ich bitte dich darum.
Ha, obwohl es noch gar nicht so weit ist, macht mich das Schreiben schon ganz sentimental.
Hadala, du bist meine einzige Freundin, die ich getroffen habe, seit ich die Klingenlegion verlassen habe ... Sozusagen meine Familie.
Auch wenn ich vor dir oft schroff wirke, bedeutet das nicht, dass ich es so meine.
Ich wünsche dir immer nur das Beste.
– Ulgorn –