Notizen & Überlieferung
Deovars Tagebuch
XX.XX.
Sie sagten, Kaisinel sei die einzige Hoffnung.
Also nahm ich Elira in meine Arme und machte mich auf den Pilgerweg.
Blutige Knie und aufgerissene Fußsohlen spielten keine Rolle. Wenn ich nur vor ihn treten könnte, dann würde er sie ganz sicher ... ganz sicher retten.
XX.XX.
Seit zwei Wochen sind wir nun im Sanktuarium, doch Eliras Zustand hat sich nicht gebessert.
Ich bete, doch die Antwort ist Stille.
Die Pilger sagten,
mein Glaube sei nicht stark genug.
XX.XX.
Heute ist Elira gestorben.
Ihre kleinen, zarten Hände erkalteten in meinen.
Das Gebet ist zu Ende.
Und mit ihm auch mein Glaube.
XX.XX.
Sie knien noch immer, die Hände gefaltet.
Was ist ein Gebet?
Du verlangst, dass wir alles auf deinen Namen setzen,
doch wo bist du überhaupt?
XX.XX.
Ich habe Kinder gesehen, die in der Zuflucht herumtollten.
Keines von ihnen ist besonderer als mein eigenes Kind!
Meine Qual, die Verzweiflung, die selbst von den Göttern ignoriert wurde ...
Auch sie sollen sie erfahren.
(Das Tagebuch weist eine längere Unterbrechung auf.)
XX.XX.
Ich habe es gefunden.
Zu Füßen Gottes,
jenseits einer tiefen Spalte, die sein Blick nicht erreicht.
Dort werde ich euch einsperren und euch denselben Schmerz auferlegen, den Elira und ich ertragen mussten.
(Letzter Tagebucheintrag.)